Mein Probemarsch über 62,7 km für den Megamarsch der in drei Wochen stattfindet. Konnte dabei alles Mögliche mal ein bisschen austesten: Essen, Trinken, Pausen, Material, wie packe ich was, im dunkeln laufen usw. Und natürlich ganz wichtig: gibt es eine reelle Chance, dass ich die 100 km in 24 Stunden schaffen kann – Erkenntnis: ich weiß es nicht!
Bin um ca. 5 Uhr in der Früh los marschiert, damit ich auch mal ein bisschen im dunkeln marschieren kann. Sollte ich öfter machen, es war wunderbar so in den erwachenden Tag und den Sonnenaufgang hineinzulaufen. Die Strecke habe ich mir wieder mal mit Komoot zusammengestellt und es ist immer wieder erstaunlich, was für wunderbare Strecken dabei herauskommen. Über die Felder und Wiesen, durch die Dörfer und Wälder, teilweise tolle Ausblicke bis zu den Alpen. Ein Tarum.
Die ersten 20 km
Die ersten 20 Kilometer vergingen wie nichts, das bin ich inzwischen schon gewöhnt. Hab so ca. jede halbe Stunde was getrunken, abwechselnd einfaches Wasser und eine Elektrolytgemisch. Jede Stunde habe ich was gegessen, hauptsächlich irgendwelche Riegel, weil ich Trottel die Äpfel zu Hause liegen gelassen hatte – war ja auch noch früh 🙂
Anfangs war es noch ziemlich kalt, aber außer an meinen Händen hatte ich damit eigentlich keine Problem. Und als dann die Sonne aufging wurde es immer angenehmer. Die erste Pause von 30 Minuten hab ich nach ca. 21 km an einem Wegkreuz auf einer Bank gemacht. Hab dabei meinen Rucksack umgepackt so dass ich für die nächsten 20 km wieder alles parat hatte.
Die nächsten 20 km
Nach der Pause ging es erstaunlich entspannt weiter. Meine Haxen sind sofort wieder in Gang gekommen. Währenddessen habe ich endlich das Hörbuch „Der Name der Rose“ von Umberto Eco zu Ende gehört. Was ein mächtiges Werk, zeitweise etwas Langatmig aber doch spannend. Den Film habe ich vor Jahrzehnten mal gesehen.
Bei Kilometer 35 habe ich dann die Beine doch schon gespürt aber es war noch alles im Rahmen. Eine Pause von ca. 40 Minuten habe ich dann im Biergarten in Stegen am Ammersee gemacht. Hab mich dort mit meiner Mutter getroffen, die mit dem Rad unterwegs war. Wunderschöner Blick über den Ammersee auf die Zugspitze. Herrliches Wetter und ich habe mir dort tatsächlich ein Radler gegönnt, was ich im Nachhinein vielleicht besser weggelassen hätte. Aber da komme ich halt nicht aus meiner Haut 🙂
Ab Kilometer 40
Nach dieser Pause war es erst mal etwas zäh wieder in Gang zu kommen. Auch weil es knackig bergauf ging. Aber nach einer Zeit war wieder im flow (wie man so schön sagt) und ich ging in meinem berechneten Schnitt (den ich für den Megamarsch benötige) voran.
Ab ca. Kilometer 50 wurde es dann anstrengender. Es entstanden die ersten Probleme: z.B. hatte ich während der zweiten Pause meinen Rucksack nicht neu sortiert. Das heißt ich musste dann irgendwann stehen bleiben und im Rucksack rum wühlen. Das nervt einfach, wenn du eigentlich einen bestimmten Schnitt halten willst. Außerdem kam am Ende eine Blase dazu. Ich muss unbedingt bei den Pausen die Socken wechseln und Schuhe neu schnüren.
Kilometer 60 bis 63
Eigentlich mache ich nach Kilometer 60 noch mal eine Pause von 30 Minuten. Aber da ich schon so kurz vor dem Ende war, habe ich durchgezogen. Und, insgesamt die letzten 6, 7, 8 Kilometer waren dann echt schon etwas Hölle. Keine Lust mehr auf Essen, zum Trinken musste ich mich auch mehr zwingen und die Blase am Fersenrand nervte mich auch tierisch.
Teilweise fühlte ich mich auch vom Magen nicht so richtig frisch. Vielleicht habe ich zu viele von diesen Powerriegeln gegessen. Außerdem macht es meine Allergie gegen irgendeinen Frühblüher auch nicht unbedingt einfacher. Am Ziel angekommen fühlte ich mich gleichzeitig stolz, erleichtert und völlig im Eimer. Hab mich unter die Dusche gestellt, auf die Shakti-Matte gelegt und geschlafen 🙂
Fazit für den Megamarsch
Es war sehr gut diesen Probemarsch zu machen um mal zu sehen was so alles passieren kann, wenn man länger am Stück läuft. Über 62 Kilometer am Stück habe ich jetzt schon mal in den Beinen. Und wenn ich das mit der Blasenbildung noch in den Griff bekomme, dann komme ich an die 80 Kilometer ran, da bin ich mir ziemlich sicher. 100 Kilometer – keine Ahnung – das ist gerade irgendwie noch weit weg.
Aber hey, 80 Kilometer wären Stand jetzt (30.04.26): 17.760 Euro für unser KiSS-Projekt, die Kinder-Schul-Speisung.
Wichtige Erkenntnise:
- Während den Pausen Socken wechseln und Schuhe neu binden
- Während der Pause Rucksack neu sortieren
- Während der Pause kein Bier trinken (auch kein Radler) 🙂
- Essen und Trinken nicht vergessen bzw. erzwingen
- die Schuhe an den Stellen präparieren, die jetzt Probleme gemacht haben
- weiter, immer weiter …










